Blog zum Teacher Training 2007/908
::: Ans Eingemachte
oder: das Innerste
15. und 16. März 2008
Jetzt ist es soweit
Kaum zu glauben: 4,5 Monate oder 22 Wochen oder 152 Tage nach unserem ersten Zusammentreffen sitzen wir wieder beinander. Der Morgen an dem Tag von dem Wochenende mit den Prüfungen. Jede von uns hat für diesen Anlass eine Yogastunde vorbereitet. Per Los hatten wir beim letzten Zusammentreffen entschieden, welchen Schwerpunkt die individuelle Einheit haben wird. Rücken war genauso vertreten wie eine Stunde, die mit Bogen gekrönt ist oder das Thema Balance.
Ich hatte mir gedacht, ich würde nervös sein. Ich hatte mir gedacht, nachdem die letzten Wochen in allen Belangen besonders intensiv waren und die Zeit der Vorbereitung für die Stunde und für den schriftlichen Prüfungsteil besonders knapp war, ich würde nervös sein. Ich hatte mir nicht gedacht, ich würde mich freuen. Ich hatte mir nicht gedacht, ich würde von sovielen positiven Gedanken getragen werden, wie mich trugen.
Und nun sitze ich im Kreis der anderen und beantworte akribisch genau Frage um Frage, von den Besonderheiten der Kobrahaltung bis zu dem, was ich als Yogalehrerin gerne weitergeben möchte, von der schonenden Abfolge von Asanas bis zum Zeichnen eines Sonnengrußes. In guter alter Prüfungszeitoptimiermanier beginne ich bei den Fragen, die mir am leichtesten erscheinen und arbeite mich bis zu denen, die mehr Denkleistung verlangen. Die 17 wird abgehakt, dann die 7, die 12, 9, 4 … Nacheinander werden sie von der Liste gestrichen bis sich zu den insgesamt rund zwei Dutzend Fragezeichen klarstellende Beistriche, Punkte und Ausrufungszeichen gesellt haben.

Susanne und Tom haben für uns zur Stärkung nach der vielen Denkarbeit ein Vitamin A-C-E-Buffet aufgebaut (A=Apfel, C=Cashewkerne, E=Echte Biobananen).
Simone und der Yogamarathon
Und nachdem die Köpfe frei und geleert waren, begannen sich unsere Körper zu bewegen und den Asana zu tanzen. Eine Einheit nach der anderen wurde gehalten, immer vier Übende haben ein Grüppchen gebildet und sind eifrig dem Programm gefolgt. Mit Simone hat es eine Fixstarterin in allen an diesem Wochenenden gehaltenen Einheiten gegeben. Sagte ich allen? Eine kleine Korrektur: Allen außer meiner. Irgendwie hat sie meine versäumt und, Simone, ich bin nach wie vor traurig darüber! Bei den Fragen am Vormittag war sie schon drunter, die Frage nach: „Gib’ eine Definition von Yoga.“ Simone hat an diesem Tag mit soviel Einsatz und zahlreichen kraftvollen Haltungen noch eine Zusätzliche formuliert: „Da zahlt sich’s wenigstens aus, das Duschen.“

Nahezu mühelos ist sie von einer kraftvollen Haltung zur nächsten geflossen, um uns abschließend am Samstag durch eine lange und schöne Meditation zu führen. Und im Anschluss träumte Simone von einer erfrischenden Dusche und einer Entspannung unter Palmen.
Yoga am Sonntagmorgen
Mit meiner Einheit durfte ich den Sonntag starten, einen frischen Tag beginnen. Und es war wunderbar, ich habe mich so gut gefühlt, alles ist wie von selbst gelaufen, als wäre es schon lange in mir gewesen und hätte dort Zeit gehabt, zu reifen. Die Worte, die Hilfestellungen, das Zeitgefühl – sie haben sich klar und fließend ineinander verwoben.
Und es gab so viele schöne Eindrücke. Von einem wünschte ich, ich hätte euch ein Foto machen können: Eine Yogaklasse, die Matsyasana, den Fisch macht. Leider stand ich gerade mitten in meiner Prüfungseinheit und hätte wohl nicht den allerbesten Eindruck hinterlassen, wäre ich davon gestürmt, um mir die Apparatur zum Bannen dieses Augenblicks zu holen. Doch in meinem Kopf hat sich der Anblick tief eingeprägt. Wir alle befanden uns im hellen Sonnenlicht. Ich stand hinter meiner kleinen Gruppe Yoginis, während ich den Fisch angeleitet habe. „… Knie beugen, Füße auf die Matte stellen, das Becken heben und die Arme unter den Rücken schieben, Handinnenflächen auf die Matte, Unterarme möglichst parallel zueinander …“ Bis sich die Körper streckten, sich in die Länge zogen von den Fersen bis zum Scheitelpunkt, bis sich die Oberkörper nach oben wölbten, bis sich die Köpfe nach hinten neigten und, wie von selbst, wie automatisch, die Mundwinkel zu Boden sanken und – aus meiner Perspektive gesehen – wie von Zauberhand alle diese entspannten Gesichter lächelten. Tief und satt, friedvoll und gelöst lächelten.
Und ähnlich entspannt habe ich nach meiner Einheit gelächelt.
Namasté


Sonntagmittag, nachdem die Prüfung vorbei war, herrschte fröhliche und gelöste Stimmung.

Der Tisch bog sich unter unserem Sonntagsbrunch mit Oliven, Tomaten, Schafskäse, Paprika und und und.

