Blog zum Teacher Training 2007/08
::: Auf geht's
oder: Leben bedeutet Bewegung
1. und 2. Dezember 2007
Bewegen, bewegen, bewegen
Irgendwann am ersten Tag des Wochenendes fällt es, das Motto für dieses dritte Aufeinandertreffen. Es ist kein Gong, der die Meditation beginnt sondern ein unbekümmert eingeworfenes "Auf geht's!". Wie weitreichend diese lockere Floskel in ihrer Bedeutsamkeit ist, wird sich erst nach und nach zeigen. Da stecken sie mit großer Offensichtlichkeit drinnen: das Machen, das Tun, das Bewegen. Und: das Leben an sich.

Auch wenn es hier gerade nicht nach Bewegung aussieht - vor und nach diesem kurzen Augenblick waren wir mitten drinnen (Model: Sigrid)
Sonntag ist Anatomietag
Und hier und jetzt bin ich bereit für ein Outing: Ich heiße Alexandra und ich bin begeistert von der Perfektion des menschlichen Körpers. Ich stehe auf diese Sonntage, die gefüllt sind mit lateinischen Begriffen, die den Körper beschreiben und der Lüftung seiner Geheimnisse. Gunther’s Vortrag ist gefüllt mit Bildern, die Vorgänge und Funktionsweisen verständlich machen. Wie etwa: Was hat der Rudersport mit dem Funktionsprinzip unserer Muskeln zu tun? Man nehme dafür zwei Player unserer Muskelarbeit, das Aktin und das Myosin. Den einen stellt man sich als den Ruderer vor, den anderen als das Wasser, in das die Paddel eintauchen. So ähnlich schaut das aus bei den Muskelkontraktionen.
Außerdem geht es um die Gelenke und deren Zusammenhänge. Wird ein Gelenk falsch belastet, leidet meist ein anderes mit, weil dieses die Fehlbelastung korrigiert. Kann zum Beispiel die Hüfte in einer Asana eine Bewegung nicht ausführen, gilt es, auf das Knie zu achten, weil in diesem unter Umständen dadurch Druck entsteht.

Kopflos ist heute nur Max, uns anderen rauchen die Köpfe allerdings ein wenig aufgrund der vielen vielen Informationen.
Das Luftkissen im Bauch
Meine Mama hat mir, sobald ich etwas Schweres aufheben wollte, immer gesagt: "Halt' die Luft an und lach' auf keinen Fall!" Sie konnte mir zwar nicht erklären, warum, aber es war der richtige Tipp. Gunther hat nun das Rätsel gelüftet. Die Lendenwirbel sind ein sehr empfindlicher Bereich unserer Wirbelsäule, wird dieser Abschnitt doch nicht wie etwa die Brustwirbel zusätzlich durch die Rippen stabilisiert. Über das Luftanhalten kann man aber eine Stütze erzeugen und das funktioniert so: Tief in den Bauch einatmen, Beckenboden anspannen, Mund verschließen und Luft anhalten. Die eingeatmete Luft bildet ein Luftkissen im Bauch. Der Atem kann weder nach oben, unten oder vorne entweichen und wenn nun Druck auf die Wirbel kommt, können die Bandscheiben nicht nach vorne in den Bauch ausweichen - wie es bei einem Bandscheibenvorfall passiert - weil sich dort ein Widerstand gebildet hat.
Und zwischendurch in der Pause
Obwohl in der Gesprächsrunde gesessen wird, geht es nur um eins: Bewegung. Im Besonderen kommt die Diskussion auf die Bewegungsarmut unserer Gesellschaft. Kürzungen von Turnstunden, die Mobilität durch Autos oder Freizeitbeschäftigungen wie Fernsehen und Computerspiele sind nicht zuletzt Auslöser von Krankheiten, die durch Bewegungsmangel verursacht werden. Und betroffen sind immer mehr jüngere Menschen – 20-jährige, die regelmäßig eine Physiotherapie besuchen, sind keine Ausnahme mehr.
In diesem Sinne heute nix mit Buchtipp, sondern – auf geht's, beweg' dich!
Namasté




