Blog zum Teacher Training 2007/08
::: Der Yoga und die Gelassenheit
oder: ein perfektes Paar
12. und 13. Jänner 2008
Die Stille und das Lächeln
Auch im neuen Jahr beginnen wir unsere Ausbildungstage mit dem Üben einer Pranayama Technik, diesmal ist es Viloma Pranayama. Viloma bedeutet soviel wie gegen den natürlichen Lauf der Dinge. Wir beginnen im Liegen, Atmen ein, leeren die Lungen vollständig, atmen 2-3 Sekunden ein, pausieren 2-3 Sekunden, atmen wieder ein, pausieren – solange bis die Lungen vollständig gefüllt sind. Danach langsam ausatmen, bis die Lungen sich leer anfühlen. Zwischen Ein- und Ausatmen entsteht eine kurze Pause mit tiefer Stille. Sigrid beschreibt im Anschluss, es war für sie ein Moment, wo sie das Gefühl hatte "do bleib' i".
Bei der anschließenden Meditation beschreibt Susanne, wie sich das Lächeln unseres Mundes überträgt zu den Augen, die Augen dem Herzen zulächlen, das Lächeln von dort die Lungen füllt, über die Lunge und den Atem das Lächeln in jede Zelle des Körpers fließt und so der ganze Körper lächelt und fröhlich ist.

Der Osten und der Westen
Die Körperseiten sind den Himmelsrichtungen zugeordnet, seinen Ursprung hat diese Zuordnung daher, dass Yoga am Morgen praktiziert wurde und der Blick dabei in Richtung der aufgehenden Sonne und somit nach Osten ausgerichtet ist. So zeigt die Körpervorderseite nach Osten (purva), die Körperrückseite nach Westen (paschima). Diese Bedeutungen finden sich auch in Paschimottanasana, der Vorwärtsbeuge im Sitzen oder Purvottanasana, der Öffnung der Körpervorderseite wieder. Daraus erschließt sich auch, dass beim Öffnen der Vorderseite, wie es in Rückbeugen passiert, der Körper aktiviert wird, umgekehrt der Körper gekühlt und beruhigt wird.
Die Meditation, bei der wir ein Lächeln in jede Faser unseres Körpers schicken, zaubert unweigerlich auch das Lächeln auf unsere Gesichter

Erst die Körpervorderseite lang ziehen…

…und dann hinein in Paschimottanasana. Und das in diesem Fall mit möglichst vielen Fehlern, damit das Hands-On Adjustment geübt werden kann.

An dem Wochenende hören wir die ersten beiden tollen Vorträge. Karin spricht über "Yoga für Augen, Nacken, Arme und Hände", Ulli betrachtet "Yoga und Fitness".

Karin bei ihrem Vortrag über Yoga für Augen, Nacken, Arme und Hände.

Sich nach einigen Stunden aufrechtem Sitzen auch einmal anlehnen zu dürfen, ist durchaus erholsam

Und zwischendurch in der Pause…gibt es einen Mittsiebziger zu feiern.

Buchtipp:
Mudras – Fingeryoga für Gesundheit, Vitalität und innere Ruhe; Gertrud Hirschi.
Die Ebbe und die Flut
Susanne gibt uns viele schöne Bilder mit zu Gelassenheit im Yoga. Yoga ist, sich nicht zu ärgern, wenn etwas misslingt, sich nicht zu
freuen, wenn es gelingt – Yoga ist, es gelassen anzunehmen. Nicht von Ebbe und Flut erfassen lassen und hin- und herschaukeln, sondern gelassen
gerade aus weitergehen. Herausforderungen anzunehmen und daran zu wachsen, Handeln ohne Ehrgeiz.
Man löst sich vom Ergebnis, um aus Freude am Tun zu handeln. Wodurch eine Begeisterung entsteht, die es mit jeder Schwierigkeit aufnimmt,
denn es gilt auf sie zuzugehen, da sie eine Chance zum Wachstum birgt. So lernt man, darauf zu vertrauen, dass alles Sinn macht. Oder wie eine
liebe Freundin mich gerne stützt: "Vertraue dem Leben, denn es trägt dich."
Namasté

Und endlich schaffe ich es, meine Butter im Kühlschrank vor dem "auf's-Brot-gestrichen-werden" zu bewahren und Ghee, das ayurvedische Butterfett zu machen, von dem wir in so vielen Gesprächen davor immer wieder gehört haben. In meinem Topf passieren einige physikalische Veränderungen, in meiner Küche entwickelt sich ein angenehm nussiger Geruch. Und dasdd nach noch nicht einmal einer Dreiviertelstunde der Zauber wieder vorbei ist, überrascht mich dann beinahe. Mein erstes Gericht mit Ghee hat übrigens sehr fein geschmeckt.

