Blog zum Teacher Training 2007/08
::: Anspannung und Entspannung im Yoga oder: Adrenalin und Schokolade
26. und 27. Jänner 2008
Die Hormone in Schwung bringen – Teil 1
An diesem Wochenende ist es soweit, meine Projektarbeit zu "Der Yoga und die Hormone – eine innige Beziehung" liegt fertig gebunden neben mir und soll präsentiert werden. Vier Tage vorher hätte ich das noch nicht für möglich gehalten, denn da gab es keine einzige geschriebene Zeile. Als am Wochenanfang eine größere Portion Adrenalin meine Blutbahn durchflutet hat, blieb mir in meiner hormonell motivierten Panik nur mehr ein Ausweg: ein Urlaubstag muss her. Mein Chef hat dankenswerterweise meine spontane Anfrage positiv beantwortet.
Am Morgen darauf, dem Diens- oder auch Schreibtag, startete ich mit einem Dutzend Sonnengrüßen und viel positiven Gedanken à la "Das geht sich schon aus“ durch. Morgens eingetaucht und gegen Mitternacht den Workflow beendet – über das Ergebnis musste ich selbst staunen: die Arbeit war bis auf einzelne Übergänge fertig geschrieben. All die gelesenen Stellen der letzten Wochen waren miteinander in Verbindung gebracht. Dort einen Gedanken mit einem anderen verknüpft, mich wie ein Bücherwurm durch medizinische Lehrbücher und Yogaliteratur gearbeitet. Im Internet nach Begriffsdefinitionen geforscht und mit immenser Freude eine Arbeit entstehen sehen, die Hormone, ihre Wirkungen und die sie erzeugenden Drüsen beschreibt und gleichzeitig versucht eine Verbindung zwischen Yoga und Themen wie Wechseljahre, Osteoporose oder Diabetes zu knüpfen. Was an einem Tag so an Seiten geschrieben und Schokolade gegessen werden kann, ist schon beachtlich.
Die Hormone in Schwung bringen – Teil 2
Ebenfalls für dieses Wochenende vorbereitet ist mein Yoga Nidra. Jede von uns darf ja eine Entspannungsübung halten. Beim Stöbern in Texten bin ich auf den wunderschönen Gedanken "im Atem zu baden“ gestoßen, den ich gleich aufgriff, um die Entspannungsübung darum aufzubauen. Meine Beschreibungen mehrmals wiederholend, versuchte ich mir die Worte einzuprägen. Außerdem war ich sehr froh darüber, zu Hause die Übung auch zu proben und das erhaltene Feedback in mein Tun einfließen zu lassen. Somit habe ich meinem ersten Yoga Nidra gelassen entgegen geblickt. Bis, ja bis ich mich am Samstagmorgen unter der Dusche wiedergefunden habe und bemerkte, dass ich meinen Körper mit Haarshampoo eingeschäumt habe – das könnte nun doch ein klitzekleines Zeichen von Nervosität gewesen sein.
Ich denke, wir lernen uns alle wieder von einer anderen Seite kennen. Erfahren, was es bedeutet, sich neuen Herausforderungen zu stellen, Aufregung und Nervosität zu spüren, aber ebenso Freude und viel, viel positive Stimmung zu erfahren.
Neue Herausforderungen
In den letzten Monaten haben wir uns ausgiebig durch einen bunten Reigen an Körperhaltungen gearbeitet. Haben uns zwischen Asanas im Stehen, Sitzen oder Liegen, zwischen Rückbeugen, Drehungen, Armbalancen sowie Umkehrhaltungen bewegt. Nun kommt die Gelegenheit, das Erlernte in eine praktische Gestalt zu bringen: in den kommenden Wochen ist es unsere Aufgabe, eine Übungseinheit zu konzipieren und innerhalb unserer Gruppe auch zu halten.
Geben, nehmen und eindeutig bleiben
Am Sonntag ist Monika wieder bei uns zu Gast. Sie hat wieder eine Vielzahl von lehrreichen Spielen mitgebracht, Themenschwerpunkt ist diesmal die Kraftstimme. Wie gelingt es, zu kommunizieren und dabei eindeutig zu bleiben? In einer Übung stellen wir uns im Kreis auf, eine beginnt der Anderen zuzuklatschen. Die Angesprochene fängt das Klatschen auf, indem sie es mit eigenem Klatschen beantwortet und gibt es weiter. So werden die Klatscher im Kreis geworfen, wobei es für uns alle wichtig ist, aufmerksam zu bleiben, die Botschaft aufzunehmen und klar und gerichtet wieder weiterzugeben.
Einem ähnlichen Prinzip folgt die nächste Übung, bei der wir uns unsere Namen zuwerfen. Und während das passiert, wird reihum auch das Lieblingsobst weitererzählt. Und als sich gleichzeitig noch ein Fußstampfer von der Einen zur Anderen in unserem Kreis bewegen soll, ist es vorbei mit Konzentration und Koordination. Dafür herrscht eine wunderbar gelöste Heiterkeit im Raum, so als hätte man am Sonntagvormittag eine Gruppe Kinder zur Tagesmutter gebracht. Auch Erwachsene können spielen und dabei kindlich vergnügt sein. Hinter unserem vergnüglichen Miteinander steht das Erkennen, wie wichtig das eindeutige Geben und Nehmen in der Kommunikation ist, um eine Nachricht zu positionieren.

Anhand einfacher Sätze üben wir, unsere Stimme betonter und lauter einzusetzen, um Gehör für etwas zu finden, dass scheinbar nicht verstanden wird. Ein Schreien soll dabei aber nicht entstehen. Silke etwa meint: "Du hast die Tür offen gelassen.“, Ulli erwidert unberührt: "Heute Nacht war es stürmisch.“
Und zwischendurch in der Pause
Diesmal ist er unter uns, still und heimlich hat er sich hineingeschlichen in unser Pausengespräch – der Vitaminspion. Sein Auftrag: Obst und Gemüse knackig frisch zu halten. Ein namhafter Plastikbehälterhersteller hat getüftelt und gekniffelt und jetzt tuppert es ordentlich in den Regalen der Vorratskammern. Was braucht es für das Anti-Aging-Programm von Obst und Gemüse? Man nehme eine Plastikbox, gebe ihr einen gewellten Boden, auf dem z.B. eine archivierte Tomate nachreifen kann, ohne dass sie in der dabei entstehenden Flüssigkeit zum liegen käme und matschig werden könnte. Und damit das Ganze auch noch gut durchlüftet wird, verpasse man der Box zwei Öffnungen, genannt: der Vitaminspion.
In einem meiner Bücher ist mir ein Satz begegnet, den ich auf meinen Weg als Teacher gerne mitnehmen möchte: "Du kannst keinen Menschen etwas lehren; du kannst ihm nur helfen, es in sich selbst zu finden.“ (Galileo Galilei)
Namasté
Susannes Jausenbox macht neugierig – wofür bloß diese beiden weißen Kappen?

Das Geheimnis ist gelüftet: der Vitaminspion lässt frische Luft in die Box, Obst und Gemüse bleibt knackig frisch.


Ein anderes Geheimnis gilt es zu lüften: Erinnert sich jemand an die Frau, die so gerne ausgefallen dekorierte Stutzen trägt?


