Blog zum Teacher Training 2007/08

::: Yogisch logisch
oder: Fischvariationen

9. und 10. Februar 2008

Du, wir oder wer?

An diesem intensiven Wochenende wartet eine ganz neue Herausforderung: Jede von uns hat die Möglichkeit, eine Übungsstunde zu halten. Nachdem wir an den vergangenen Wochenenden so viele Asanas im Detail kennenlernten, wir uns mit dem Sequencing, ihrer sinnvollen Reihung, beschäftigten und laufend Hands-On übten, geht es nun um die Verbindung all dieser Elemente. In der Vorbereitung der Stunde wird eine Absicht gewählt (z.B. der Schwerpunkt Rücken oder das Thema Entspannung), die Auswahl der Asanas getroffen und gleichzeitig deren Ablauf festgelegt. Ein grundlegender Rahmen ist vorgegeben – das Üben einer Atemtechnik, ein Sonnengruß sowie Schlussentspannung und -meditation müssen in den 60 Minuten enthalten sein. Alles Weitere ist frei wählbar.

Jetzt fließt alles ein, was wir gelernt und geübt haben. Und zusätzlich zur Aufgabe, eine Asana logisch präzise zu erklären, damit sie für die Yogini und den Yogi klar ausführbar ist, kommen nun noch die Herausforderungen, sich nicht nur eine einzelne Übung zu merken, sondern gleich ein ganzes Übungsprogramm und diesem auch ein gutes Timing zu geben. Das Zeitmanagement muss vieles berücksichtigen z.B. wie lange man in einer Asana bleibt, nach wie viel Zeit ein Übungsblock zu Ende ist. Eineinhalb Minuten für den Held A, nach 35 Minuten beginnen die Asanas im Sitzen und dann gilt es noch, Plan B bereit zu haben. Letzterer hält fest, welche Asanas gestrichen werden, wenn doch einmal eine Hilfestellung länger gedauert hat und sich nicht alle Teile des Programms ausgehen. Für die Schlussentspannung muss jedenfalls Zeit sein, deswegen muss man für den Notfall wissen, welche Übungen gestrichen werden können, während die Abfolge dennoch rund und sicher bleibt.

Ein weiterer Aspekt tut sich auf: Wie ist die Ansprache gegenüber dem Yogaschüler? Heißt es: „Wir strecken das hintere Bein.“ oder „Streckt das hintere Bein.“ oder vielleicht doch „Ich strecke das hintere Bein.“ Alles ist denkbar, es gilt einfach, den eigenen Stil zu definieren; zu wählen, womit man sich selbst am besten zurechtfindet.

Teacher Training 2007/08

Teacher Training 2007/08

Ulli und Gudrun bei ihren ersten Übungsstunden.

Varianten oder Variationen?

Ein paar von uns nehmen immer aktiv an der Übungsstunde teil, die anderen sind aufmerksame Zuschauerinnen, so können wir in der anschließenden Feedbackrunde die gesammelten Erfahrungen miteinander tauschen und voneinander lernen. War die Stimme laut genug, die Anweisungen logisch nachvollziehbar, das Hands-On eindeutig und nicht zu fest, aber auch nicht zu sacht? Wurden Varianten angeboten, damit in Multi-Levelklassen vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen sich jeder gefordert fühlt? Und wenn in den Gesprächen mal die Rede kommt auf „Fischvariationen“, hat dieser Begriff für einen Hungrigen am Mittagstisch wohl eine andere Bedeutung als für einen Yogi.

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Selbstverständlich ist auch Susanne konzentriert bei den Übungsstunden und notiert ihre Bemerkungen für das Feedback.

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Hierbei handelt es sich nicht um einen Ausschnitt der Höhlenzeichnungen von Lascaux, sondern um den Sonnengruß, den jede von uns gezeichnet hat. Bilder sagen mehr als 1.000 Worte und deswegen ist es soviel einfacher beim Erstellen eines Programms ein Yogi-Mantschgerl zu zeichnen, als die Bezeichnung der Asana aufzuschreiben. Und dabei entstehen so viele Stile wie Zeichnerinnen.

Was die Milch sauer macht oder warum schwarzer Kaffee gesünder ist

Bei Gunther geht es diesmal ums Eingemachte – die Organe. Wir arbeiten uns u.a. quer durch die Verdauung, erfahren über die Funktionen von Magen, Bauchspeicheldrüse, Leber, Nieren und Darm. Während der Verdauungsprozess im Laufen ist, kommt die Rede auf den Milchkaffee und seine saure Art. Durch den Kontakt mit der Magensäure, wird Milch sauer und verklumpt. Wer einen Kühlschrank sein eigen nennt und hin und wieder längeren Besuch von Milch hat, kennt die beschriebene Konsistenz bestimmt. Diese Masse braucht im Magen nun wesentlich länger, um verdaut zu werden. Die Inhaltsstoffe des Kaffees, die in den Klumpen eingeschlossen sind, können den Magen durch die längere Verweilzeit nun stärker reizen und belasten, als wie wenn der Kaffee schwarz getrunken worden wäre. Zugegeben: ein bisschen beeinträchtigt diese neue Erkenntnis seither meinen Genuss von Cafe Latte.

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Gunther hat einen neuen Begleiter; einen, der ziemlich viel offen legt.

Die weiteren Themen in der yuna Vortragsreihe:

  • Der Yoga und die Hormone – eine innige Beziehung (Alexandra)
  • Yoga gegen Stress (Christina)
  • Bhagavadgita (Patrizia)
  • Meridiane (Simone)

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Christina hat sich in ihrer Arbeit mit Stress beschäftigt.

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Die Philosophie hat sich Patrizia als Aufgabenstellung gewählt und zitiert uns interessante Stellen aus der Bhagavadgita.

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Simone hat ihn für ihren Vortrag über die Energiekanäle eingeladen: den Meridianmann. Und alle sind sich einig: er hat einen süßen Po.

Und ich bin nicht im Bilde, habe allerdings in aufregenden Bildern versucht, die Hormonwelt zu beschreiben. Etwa den „Kampf der Hormone“ in den Wechseljahren, dann wenn die Hypophyse den Befehl an die Eierstöcke erteilt, doch Östrogen zu produzieren und letztere aber der festen Überzeugung sind, jetzt lieber in den wohlverdienten Ruhezustand zu gehen.

Und zwischendurch in der Pause

kommen wir beeinflusst durch Simones Vortrag über die Meridiane diesmal auf Punkte rund um das Thema Energie zu sprechen. Zum Beispiel darauf, dass die Menge an zugeteilter Lebensenergie fix ist. Jenes Qi, das wir zum Zeitpunkt unserer Zeugung mitbekommen, ist dafür verantwortlich, wie gut unsere Konstitution ist. Durch exzessives Leben verbraucht es sich schneller, durch Yoga etwa ist es aber auch möglich, diese Lebensenergie zu stärken. Dieser Ansatz der Traditionellen Chinesischen Medizin entspricht jenem Zugang der Yogis, der davon spricht, dass die Atemzüge eines Menschen ausreichen, um 120 Jahre alt zu werden. Doch kann man durch stärkeren Verbrauch selbstverständlich auch in kürzerer Zeit sein Quantum an Energie verbraucht haben.

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„Sein oder Schein?“ – ein weiterer Ausgangspunkt für eine philosophische Diskussion.



Buchtipps:

Feng Shui und die 5-Elemente-Küche; Ilse-Maria Fahrnow, Jürgen H. Fahrnow, Günther Sator.
Yoga gegen Stress. Hilfe bei Anspannung, Hektik, Nervosität; Swami Shivapremananda.

Namasté

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