Blog zum Teacher Training 2007/908

::: Yoga im Frühling
oder: das Hummelsummen der Großen

23. und 24. Februar 2008

Mit jeder zusätzlichen Übungseinheit zeigt sich, wie viel Persönlichkeit in eine Stunde miteinfließt. Wie jede von uns ihr individuelles Konzept hat, lieber einen sanften oder dynamischen Ablauf plant, oder versucht, die eigenen Lieblingsasanas einzubauen.

Sigrid zum Beispiel bezaubert uns mit ihren herrlichen Bildern und schafft so eine besonders liebevolle Atmosphäre. Und neben der Stimmung entsteht auch eine sanfte Motivation, etwa wenn im Held B der Arm, der nach hinten ausgestreckt wird, der Vergangenheit entspricht, und jener der nach vorne weist, die Zukunft symbolisiert. Wir mit unserem aufrechten Oberkörper genau in der Mitte, der Gegenwart sind und unseren Blick über die vordere Hand in die Zukunft richten. In der anschließenden Feedbackrunde erzählt sie, dass die Beschreibungen spontan entstanden sind. Sie von einem Gefühl getragen war, wo alles easy, alles Frühling ist.

Wie aus einem Haaaaaaaaaaaaaaaaa ein Hcccchhhhhhhhhh wurde

Mein großes Thema am Tag meiner Übungsstunde hieß: Nervosität. Was, wenn ich den Ablauf vergesse, oder viel zu lange bin, oder mir die Stimme versagt, oder ich schlichtweg in Ohnmacht falle? Letzteres wäre eigentlich das kleinste Problem gewesen, denn dann wäre die Sache erst einmal vorbei. (Unter der Hand – ein klein wenig hätte ich es mir gewünscht.) Gleich vorweg: ich bin nicht umgekippt. Alles andere ist mir allerdings schon passiert und das Tolle, wenn etwas passiert ist – es ging einfach weiter, die Schwierigkeiten ließen sich lösen. Zum Einstieg wollte ich Ujjayi-Atmung erklären und versuchte dabei, den Laut vorzumachen, der entsteht, wenn man mit offenem Mund einen Spiegel anhaucht. Das, was aus meiner Kehle gekommen ist, war schlichtweg alles andere als ein „Haaaaaa“. Auch nach mehreren Anläufen – es blieb undefinierbar, der gewünschte Ton ließ sich nicht erzeugen. Ich musste es so annehmen, wie es gerade war, musste mich so annehmen, wie ich gerade war. Und konnte währenddessen über mich selbst lächeln.

Dann entfiel mir die Abfolge. Auch hier gab es Hilfe, nämlich den Blick auf den Plan während die Gruppe gemütlich noch eine Verlängerungsrunde in Virabhadrasana C geflogen ist. Und als ich drohte, ein großes Stück über den zur Verfügung stehenden 60 Minuten zu sein, gelang es, die Überzeit durch das Streichen zweier Asanas etwas zu minimieren. Was sich wirklich als schwierig erwies, war das Koordinieren mehrerer Tätigkeiten – konzentriertes Sprechen, beobachten der Yoginis und Hands-On zu geben. Wie das jemals gleichzeitig gehen sollte, war mir ein Mysterium. Aber wenn ich mich an mein Autofahrdebüt zurückerinnere, war mir damals auch unverständlich, wie man Gas-, Brems- und Kupplungspedal auseinanderhalten und situationsgerecht bedienen kann. Heute ist es klar: Es ist alles eine Frage der Übung. Und der Großzügigkeit, sich Fehler und Schwächen zuzugestehen.

Teacher Training 2007/08

Gleichzeitig Hilfestellung zu geben und zu sprechen war eine anstrengende Sache für mich.

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Silke bei ihrer ersten Übungsstunde.

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Die gestrenge Zuschauerinnen-Jury (Hätten eigentlich nur noch die Wertungskarten von 1-10 gefehlt, die dann im Anschluss an die Einheit gezückt worden wären…).

Das Brummen der Biene,

so die Übersetzung für Bhramari, einer speziellen Atemtechnik. Die Bienen- oder Hummelatmung wird im Sitzen ausgeübt. Die Zunge drückt sanft an den Gaumen, der Kiefer bleibt entspannt. Nach einer tiefen Einatmung folgt die Ausatmung gemeinsam mit einem leisen, vollen Summton, wobei eine Vibration im oberen Rachen spürbar wird. Das klangvolle Ausatmen wird 10 bis 12 Mal wiederholt, durch den Summton erhält die Aufmerksamkeit einen guten Anhaltspunkt und der Geist kann zur Ruhe kommen.

Eine andere Klanggeschichte, nämlich das Mantrasingen mit Dave steht auch noch bevor, wird sich allerdings einige Monate verschieben, weil sich sein Tourneeplan verändert hat.

Das Herz in der Hosentasche

Dort hat es mit seiner Größe einer Faust locker Platz, erklärt uns Gunther. Und auch was seine Lage anlangt, gibt es eine kleine Eselsbrücke zur Hosentasche: Das Herz hat eine rechte und eine linke Hälfte. Es liegt im Körper etwa so drinnen, als würde man seine rechte Hand in die Hosentasche schieben, leicht schräg. Dabei entspricht der Handrücken der rechten Herzhälfte, die Handinnenfläche der linken. Diese und noch viele andere interessante Dinge über das Herz-Kreislaufsystem, Atmung, Gehirn, Hormon- und Nervensystem hören wir in unseren letzten Anatomiestunden. Es war großartig, mit Gunther eine Reise durch den menschlichen Körper zu tun!

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Am letzten Sonntag mit Gunther ging es um Herzensangelegenheiten.

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