Blog zum Teacher Training 2007/908
::: Auf Händen getragen
oder: die Großen beim Zerkugeln
8. März 2008
Der letzte Samstag vor dem Prüfungswochenende beginnt mit der Stunde von Christina. Für die Prüfung wird dann jede von uns noch einmal eine Stunde vorbereiten, die Schwerpunkte der Stunden werden ausgelost. Ein paar Punkte gilt es bei der Planung zu beachten wie etwa ein möglichst gutes Verhältnis von stehenden und sitzenden Haltungen, Vorwärts- und Rückwärtsbeugen nicht nur in stehenden Versionen und gewisse Dinge wie Sonnengruß oder Ujjayi-Atmung sind den Übenden bekannt und brauchen nicht extra erklärt werden.

Christina beim Hands-On in der Flankendehnung.
mmammemmimmommu
Die letzten Stunden mit Monika, beginnen wir mit der Wiederholung einzelner Übungen. Eine der allerersten war das Training der durchlässigen Stimme. Wir üben, einen Ton durch den Oberkörper und durch das Zwerchfell durchfallen zu lassen, so als würde er, im Hals erzeugt beim Steißbein den Körper wieder verlassen können. Ein durch und durch erfüllter Klang soll es sein. Die Silbe, das Wort soll Bedeutung, Wichtigkeit, soll Nachdruck haben. Für unsere Übung arbeiten wir mit der Silbe „hop“. Und immer, wenn wir uns den Klang von etwas verdeutlichen sollen, arbeitet Monika mit kleinen Geschichten, mit kleinen Bildern für die Vorstellungskraft. Und gerade jetzt baut sie mit dramatischem Unterton auf: „Stellt euch vor, ihr habt gerade 150 Jahre meditiert. Ihr seid zu großer Weisheit gelangt und werdet gebeten, ein einziges Wort zur gewonnen Erkenntnis zu sagen und dieses Wort ist: Hop.“
Und dann lassen wir den Mund zu einem Rüssel wachsen, sprechen zuerst ein O, dann ein U und schlussendlich mit langem Rüssel ein Ü. Und wir sprechen mit einheitlicher Betonung lange Silbenketten wie mmammemmimmommu. Nach dem Aufwärmen spricht jede von uns noch einige Sätze aus einer Schlussentspannung und Monika gibt gute Tipps, wie z.B. lauter Sprechen, Endsilben betonen, die Betonung auf die wichtigen Worte zu legen und und und.
Die Hände in tragender Rolle
Am Nachmittag üben wir noch zum Teil unbekannte Armbalancen, Kopf-, Hand- und Unterarmstand. Viele davon sind Asanas, die in Multi-Level-Klassen selten geübt werden, auch weil es einige andere Asanas gibt, die ähnliche Körperbereiche ansprechen, doch in Summe nicht so anspruchsvoll sind. Aber Spaß, Spaß hat uns dieser Übungsnachmittag unglaublichen bereitet. Wie die kleinen Kinder haben wir uns versucht, mit den Händen vom Boden wegzudrücken und erst mal gescheitert, sind wir irgendwie abgerollt und zur Seite gekullert. Und entgegen aller Vermutungen, war es am nächsten Morgen beim gemeinsamen Frühstück im Lokal Scherbe doch möglich, die Arme ohne Muskelkater zu heben und das Buttersemmerl zu streichen.

Der Kranich (Bakasana) im Anflug…


Hier wird Astavakrasana geübt. Es ist nicht ganz so, dass Susanne uns in die Höhe hebt, ein bisschen, ein klitzekleinbisschen kommt auch von uns. Zum allerletzten Bild mit Christina sollte man jedenfalls die Entstehungsgeschichte kennen: Susanne hat mitgeholfen, das Becken in der Höhe zu halten und die Haltung zu stabilisieren. Als sie bereits im Absenken war, hat Christina die Kamera vor sich mitbekommen. Susanne musste das Becken wieder heben, Christina ihrerseits hob den Kopf und abgeschlossen wurde die Asana dann schlussendlich mit einem breiten „Cheese“ für die Ewigkeit.

Die Asana, die sich hier anbahnt, nennt sich Mayurasana (Pfauhaltung).

Beginnend in einem weit gekreuzten Sitz, gibt man die Handflächen nah beinander auf die Matte, Fingerspitzen zeigen zum Oberkörper, Ellbogen möglichst geschlossen, drücken in den Bauch hinein. Langsam die Knie zueinander bringen.

Dann versucht man langsam, ein Bein nach dem andern die Beine nach hinten auszustrecken. Als nächstes heben sich erst Stirn, dann Oberkörper vom Boden in eine Waagrechte.

Wie immer beim Yoga besonders wichtig – die entspannten Gesichtszüge!

Und so sieht die Haltung dann später aus. Später, in ein oder zwei Jahren dann halt.
Namasté

